Aufbewahrung & Vakuumdosen

Luftdichte Gläser, Violettglas-Behälter, geruchsdichte Beutel, Humidipacks, Hygrometer und verschließbare Behälter. In Deutschland ist die sichere Aufbewahrung nicht nur eine Frage der Qualität, sondern eine gesetzliche Pflicht: Nach § 10 KCanG muss Cannabis am Wohnsitz vor dem Zugriff Dritter, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, geschützt werden.
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Sichere Aufbewahrung nach § 10 KCanG

Das Konsumcannabisgesetz verlangt in § 10, dass Cannabis am Wohnsitz durch geeignete Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen vor dem Zugriff durch Dritte geschützt wird, insbesondere durch Kinder und Jugendliche. Ein Verstoß gegen diese Pflicht ist nach § 36 KCanG bußgeldbewehrt.

Ein verschließbarer, geruchsdichter Behälter ist damit kein Zubehör, sondern der praktische Weg, diese Vorgabe zu erfüllen. Zusätzlich gelten die Besitzgrenzen des § 3 KCanG: bis zu 25 Gramm getrocknetes Cannabis außerhalb der Wohnung und bis zu 50 Gramm am Wohnsitz, jeweils für volljährige Personen.

Was eine unsachgemäße Lagerung bewirkt

FaktorAuswirkungGegenmaßnahme
LichtBaut Cannabinoide und Terpene ab. Der aggressivste FaktorBlickdichter Behälter oder Violettglas; im geschlossenen Schrank lagern
SauerstoffFortschreitende Oxidation: Aroma und Farbe gehen verlorenLuftdichter Behälter, möglichst voll befüllt, um den Luftraum zu verringern
FeuchtigkeitÜber 65 % entsteht Schimmel, unter 55 % wird das Material brüchigKalibrierter Humidipack und Hygrometer zur Kontrolle
TemperaturWärme beschleunigt den Abbau; Temperaturwechsel erzeugen KondenswasserKühl und konstant, etwa 15 bis 21 °C. Nicht im Kühlschrank

Relative Luftfeuchte: der entscheidende Wert

Der Referenzbereich für die Lagerung getrockneter Blüten liegt zwischen 58 % und 62 % relativer Luftfeuchte. Darunter werden die Trichome brüchig und lösen sich bei der Handhabung. Über 65 % steigt das Schimmelrisiko deutlich an.

EtappeZiel-LuftfeuchteRichtwert Dauer
Trocknen50 – 60 % Raumluft7 – 14 Tage
Fermentieren (erste Wochen)60 – 65 % im Glas, täglich lüften2 – 4 Wochen
Lagerung58 – 62 % im GlasBis zur gesetzlichen Besitzgrenze

Humidipacks

Beutel mit gesättigten Salzlösungen, die Feuchtigkeit abgeben oder aufnehmen, bis sich der Behälter auf einem festen Wert stabilisiert (üblich sind 58 % oder 62 %). Sie wirken in beide Richtungen: Sie befeuchten zu trockenes Material und entziehen zu feuchtem Material Wasser. Der Austausch erfolgt, sobald der Beutel hart wird.

Hygrometer

Das Hygrometer misst die tatsächliche Feuchte im Glas. Ohne Messung arbeitet man blind: Der Tastsinn unterscheidet 55 % nicht von 65 %, und genau dieser Unterschied entscheidet zwischen korrekter Lagerung und Schimmelbildung.

Behälterarten

Luftdichte Glasgefäße

Der Klassiker. Glas ist inert, gibt keine Aromen ab und nimmt keine auf, und der Gummidichtring sorgt für Luftdichtigkeit. Schwachstelle ist das Licht: Die Gläser gehören in einen Schrank oder an einen dunklen Ort.

Violettglas

Violettglas blockiert das sichtbare Lichtspektrum und lässt nur einen Teil des UV- und Infrarotbereichs durch. Das Material bleibt geschützt, auch wenn der Behälter nicht vollständig im Dunkeln steht.

Behälter mit integrierter Feuchtigkeitskontrolle

Gefäße aus Edelstahl oder Glas mit Halterung für den Humidipack und, je nach Modell, mit Hygrometer im Deckel. Sie vereinen Luftdichtigkeit, Lichtschutz und Feuchtigkeitskontrolle in einem Bauteil. Modelle mit Schloss erfüllen zusätzlich die Anforderung des § 10 KCanG.

Geruchsdichte Beutel und Vakuumbeutel

Beutel mit Aktivkohleschicht binden Gerüche und eignen sich für den Transport. Vakuumbeutel entziehen den Sauerstoff, komprimieren das Material jedoch und können die Trichome beschädigen.

Die richtige Behältergröße

Der Behälter sollte möglichst voll sein: Die verbleibende Luft ist Sauerstoff, der gegen die Haltbarkeit arbeitet. Ein halbleeres großes Glas konserviert schlechter als zwei volle kleine. Als Richtwert fasst ein 500-ml-Glas je nach Dichte etwa 30 bis 50 Gramm getrocknete Blüten.

Häufige Fehler bei der Lagerung

Lagerung im Kühl- oder Gefrierschrank

Die Temperaturwechsel beim Herausnehmen und Zurückstellen erzeugen Kondenswasser im Behälter — ein direkter Weg zu Schimmel. Beim Einfrieren werden die Trichome zusätzlich spröde und lösen sich bei jeder Handhabung.

Herkömmliche Plastiktüten

Sie sind nicht luftdicht, erzeugen statische Aufladung, die Trichome ablöst, und halten keine Gerüche zurück.

Kein Lüften während der Fermentierung

In den ersten Wochen gibt das Material weiterhin Restfeuchte ab. Das Glas täglich einige Minuten zu öffnen, lässt diese Feuchtigkeit entweichen und frische Luft eintreten. Ohne dieses Lüften sammelt sich Feuchtigkeit und Schimmel entsteht.

Welche Vorschriften gelten für die Aufbewahrung in Deutschland?

Nach § 10 KCanG muss Cannabis am Wohnsitz durch geeignete Maßnahmen vor dem Zugriff Dritter geschützt werden, insbesondere vor Kindern und Jugendlichen. Ein Verstoß ist nach § 36 KCanG bußgeldbewehrt. Ein verschließbarer, geruchsdichter Behälter ist der praktische Weg, diese Pflicht zu erfüllen. Zusätzlich gelten die Besitzgrenzen nach § 3 KCanG: 25 Gramm außerhalb der Wohnung, 50 Gramm am Wohnsitz.

Welche Luftfeuchte ist für die Lagerung richtig?

Zwischen 58 % und 62 % relativer Luftfeuchte im Behälter. Unter 55 % trocknet das Material aus und die Trichome lösen sich bei der Handhabung. Über 65 % steigt das Schimmelrisiko deutlich. Ein kalibrierter Humidipack hält diesen Wert stabil, ein Hygrometer macht ihn kontrollierbar.

In welchem Behälter lagert man am besten?

In einem luftdichten Glasgefäß an einem dunklen, kühlen Ort. Glas ist inert und überträgt keine Aromen. Steht der Behälter im Licht, ist Violettglas die Alternative, da es das sichtbare Spektrum blockiert. Herkömmliche Plastiktüten sind ungeeignet: Sie sind nicht luftdicht und die statische Aufladung löst die Trichome ab.

Kann man im Kühlschrank oder Gefrierschrank lagern?

Nicht empfehlenswert. Die Temperaturwechsel beim Öffnen erzeugen Kondenswasser im Behälter, und diese Feuchtigkeit ist die häufigste Ursache für Schimmel. Im Gefrierschrank werden die Trichome zusätzlich brüchig.

Wozu dient ein Humidipack?

Er stabilisiert die Feuchtigkeit im Glas auf einem festen Wert, üblicherweise 58 % oder 62 %. Er wirkt in beide Richtungen: Er gibt Feuchtigkeit ab, wenn das Material zu trocken ist, und nimmt sie auf, wenn es zu feucht ist. Der Austausch erfolgt, sobald der Beutel hart wird.

Was ist der Unterschied zwischen Trocknen und Fermentieren?

Das Trocknen entzieht der Pflanze die äußere Feuchtigkeit und dauert ein bis zwei Wochen. Das Fermentieren (Curing) folgt danach: Das getrocknete Material wird in luftdichten Gläsern gelagert, die täglich gelüftet werden. Dabei verteilt sich die Restfeuchte gleichmäßig und die Verbindungen, die einen chlorophyllartigen Geschmack verursachen, bauen sich ab.