Klimasteuerung & -kontrolle

Entfeuchter, Luftbefeuchter, Heizungen, Kühlung, Thermostate, Hygrostate, integrierte Controller und Thermo-Hygrometer. Das Klima im Anbauraum bestimmt den Rhythmus der Pflanze stärker als fast jeder andere Faktor — und es ist zugleich das Einzige, was sich mit einem Gerät korrigieren lässt.
Ultraschall-Luftbefeuchter 8 L mit großem Wassertank und stufenloser Nebelregulierung.

Ultraschall-Luftbefeuchter 8 L

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Zielwerte für Temperatur und Luftfeuchte je Phase

Temperatur und Luftfeuchte werden nicht getrennt eingestellt: Die Pflanze reagiert auf die Kombination beider Werte. Die Referenzbereiche:

PhaseTemperatur (Licht an)Temperatur (Licht aus)Relative Luftfeuchte
Keimling / Steckling20 – 25 °C18 – 22 °C65 – 70 %
Wachstum20 – 27 °C18 – 22 °C50 – 65 %
Blüte20 – 26 °C18 – 22 °C40 – 50 %
Letzte Wochen18 – 24 °C16 – 20 °C35 – 45 %

Die Tag-Nacht-Differenz

Der Unterschied zwischen der Temperatur bei eingeschaltetem und ausgeschaltetem Licht sollte moderat bleiben, etwa maximal 8 bis 10 °C. Ein größerer Sprung stresst die Pflanze. Ein Effekt wird dabei regelmäßig übersehen: Sinkt die Temperatur, steigt die relative Luftfeuchte, obwohl die Wassermenge in der Luft gleich bleibt. Deshalb liegt der riskanteste Moment des gesamten Zyklus in den ersten Stunden nach dem Ausschalten des Lichts — genau dann, wenn niemand hinsieht.

Wenn das Klima aus dem Bereich läuft

ProblemSymptom an der PflanzePassendes Gerät
Zu warmLange Internodien, nach oben gebogene Blätter (Kanuform), starke TranspirationStärkere Abluft, Kühlung, Cooltube, Leistung des Vorschaltgeräts senken
Zu kaltWachstumsstillstand, violette oder rötliche Blätter, langsame NährstoffaufnahmeHeizung mit Thermostat, Heizmatte unter dem Substrat
Hohe Feuchte in der BlüteBotrytis (Grauschimmel) im Inneren dichter BlütenEntfeuchter, mehr Luftbewegung, stärkere Abluft
Niedrige FeuchteÜbermäßige Transpiration, Jungpflanzen kommen nicht in Gang, trockene BlattränderLuftbefeuchter
Starke SchwankungenAllgemeiner Stress, ungleichmäßiges WachstumThermostat und Hygrostat oder integrierter Controller

VPD: der Wert, der beides verbindet

Der VPD (Dampfdruckdefizit) fasst Temperatur und relative Luftfeuchte in einem einzigen Wert in Kilopascal (kPa) zusammen. Er beschreibt, wie viel Transpiration das Klima von der Pflanze verlangt — und darauf kommt es an: 60 % Luftfeuchte bedeuten bei 20 °C etwas anderes als bei 28 °C.

PhaseVPD (Richtwert)
Keimling / Steckling0,4 – 0,8 kPa
Wachstum0,8 – 1,2 kPa
Blüte1,2 – 1,6 kPa

Bei zu niedrigem VPD transpiriert die Pflanze kaum und die Nährstoffaufnahme verlangsamt sich. Bei zu hohem VPD transpiriert sie mehr, als die Wurzel nachliefern kann, und schließt zum Schutz die Spaltöffnungen, was das Wachstum bremst. Für den privaten Eigenanbau genügt es, Temperatur und Feuchte getrennt zu steuern; der VPD ist die Größe für die Feinabstimmung.

Geräte zur Klimasteuerung

Abluft: die Grundlage

Bevor ein Klimagerät angeschafft wird, sollte die Abluft geprüft werden. Ein richtig dimensionierter Ventilator führt bereits einen großen Teil von Wärme und Feuchtigkeit ab. Ist die Abluft zu schwach, gleicht kein Entfeuchter das aus — dann wird das Symptom behandelt.

Entfeuchter

Entzieht der Luft Wasser. Das zentrale Gerät in der Blüte, bei dichtem Bestand und in feuchtem Klima. Ausgewählt wird nach Entfeuchtungsleistung (Liter pro Tag) und Raumvolumen. Er erneuert die Luft nicht und führt kein CO₂ zu: Er ergänzt die Abluft, ersetzt sie nicht.

Luftbefeuchter

Führt Feuchtigkeit zu. Erforderlich in trockenem Klima, im Winter bei laufender Heizung und in der Keimlings- und Stecklingsphase, in der die Pflanze Werte benötigt, die das Raumklima nicht erreicht.

Heizung mit Thermostat

Für die Dunkelphase im Winter, wenn die Temperatur unter den Zielbereich fällt und das Wachstum stockt. Immer mit Thermostat: Eine ungeregelte Heizung treibt die Temperatur nach oben und trocknet die Luft aus.

Thermostat und Hygrostat

Die Schalter, die die Geräte automatisieren: Sie schalten nach dem eingestellten Wert ein und aus. Ohne sie laufen die Geräte blind und überschreiten den Zielwert in beide Richtungen.

Integrierter Klimacontroller

Steuert Abluft, Befeuchter, Entfeuchter und Heizung aufeinander abgestimmt, mit Echtzeitwerten für Temperatur und Feuchte. Sinnvoll, sobald sich der Raum nicht mehr von Hand regeln lässt — und die einzige Lösung, die auf die nächtlichen Spitzen reagiert, ohne dass jemand danebensteht.

Richtig messen: wohin gehört der Fühler

Der Fühler des Thermo-Hygrometers gehört auf Höhe der Triebspitzen, niemals auf den Boden der Box oder an die Wand. Dort bilden die Wärme der Leuchte und die Transpiration der Blätter das Mikroklima, das die Pflanze erlebt. Modelle mit Min-/Max-Speicher zeigen, was passiert, während niemand hinsieht: die Feuchtespitze nach dem Ausschalten des Lichts und die Temperaturspitze nach dem Einschalten.

Häufige Fehler

Ein Gerät kaufen, bevor die Abluft stimmt

Ein Entfeuchter in einer schlecht belüfteten Box ist ein teures Pflaster.

Das Vorschaltgerät in die Box stellen

Es bringt Wärme in genau den Raum, der gekühlt werden soll. Es gehört nach außen.

Die Nacht nicht beobachten

Alle Werte werden bei eingeschaltetem Licht geprüft, weil dann jemand danebensteht. Das Problem liegt in der anderen Hälfte des Zyklus.

Welche Temperatur ist im Indoor-Anbau richtig?

20 bis 27 °C bei eingeschaltetem Licht in der Wachstumsphase, 20 bis 26 °C in der Blüte. Bei ausgeschaltetem Licht 18 bis 22 °C. Entscheidend ist nicht nur der Wert, sondern die Differenz: Der Unterschied zwischen Tag und Nacht sollte moderat bleiben, etwa maximal 8 bis 10 °C, da ein größerer Sprung die Pflanze stresst.

Warum steigt die Luftfeuchte, wenn das Licht ausgeht?

Weil kühlere Luft weniger Wasserdampf aufnehmen kann: Die relative Luftfeuchte steigt, obwohl die Wassermenge gleich bleibt. Das ist der riskanteste Moment des gesamten Zyklus für Pilzbefall, und er tritt ein, während niemand hinsieht. Ein Hygrometer mit Max-Speicher macht ihn sichtbar.

Was ist der VPD und muss ich ihn steuern?

Der VPD (Dampfdruckdefizit) fasst Temperatur und Feuchte in einem Wert in kPa zusammen und beschreibt, wie viel Transpiration das Klima von der Pflanze verlangt. Die Referenzbereiche reichen von 0,4-0,8 kPa beim Keimling bis 1,2-1,6 kPa in der Blüte. Für den privaten Anbau genügt es, Temperatur und Feuchte getrennt zu steuern; der VPD dient der Feinabstimmung.

Brauche ich einen Entfeuchter oder reicht die Abluft?

Zuerst die Abluft prüfen: Ein richtig dimensionierter Ventilator führt bereits viel Wärme und Feuchtigkeit ab. Ein Entfeuchter ist nötig, wenn die Feuchte trotz korrekter Abluft über dem Zielbereich bleibt — bei dichtem Bestand in der Blüte, in feuchtem Klima oder wenn die Zuluft selbst schon feucht ist.

Wo platziere ich den Fühler des Thermo-Hygrometers?

Auf Höhe der Triebspitzen, nicht am Boden der Box und nicht an der Wand. Dort entsteht durch die Wärme der Leuchte und die Transpiration der Blätter das tatsächliche Mikroklima. Modelle mit Min-/Max-Speicher zeigen zusätzlich die Spitzen, die auftreten, während niemand danebensteht.

Woran erkenne ich Hitzestress?

An langen Internodien, nach oben gebogenen Blättern in Kanuform und sehr starker Transpiration. Die Maßnahmen nach Kosten geordnet: Leistung des Vorschaltgeräts senken, falls regelbar; das Vorschaltgerät aus der Box nehmen; die Abluft erhöhen; einen Cooltube einsetzen; und als letzte Stufe aktive Kühlung.

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