Frischhaltung & Humidity Packs
Die drei Etappen: Trocknen, Fermentieren, Lagern
| Etappe | Ziel-Feuchte | Dauer (Richtwert) | Was geschieht |
|---|---|---|---|
| Trocknen | 50 – 60 % Raumluft | 7 – 14 Tage | Die äußere Feuchtigkeit entweicht, hängend und bei sanfter Luftbewegung |
| Fermentieren | 60 – 65 % im Glas, täglich lüften | 2 – 4 Wochen | Die Restfeuchte verteilt sich gleichmäßig, chlorophyllartige Geschmacksstoffe bauen sich ab |
| Lagern | 58 – 62 % im Glas | Bis zur gesetzlichen Besitzgrenze | Das Material bleibt stabil, ohne auszutrocknen oder die Schimmelschwelle zu erreichen |
Warum 58-62 %
Unter 55 % werden die Trichome brüchig und lösen sich bei jeder Handhabung. Über 65 % steigt das Schimmelrisiko im geschlossenen Behälter deutlich. Der Bereich zwischen 58 % und 62 % ist der Punkt, an dem das Material weder austrocknet noch die Risikoschwelle erreicht.
Humidipacks
Beutel mit gesättigten Salzlösungen, die die Feuchte im Behälter auf einem festen Wert stabilisieren, üblicherweise 58 % oder 62 %. Sie wirken in beide Richtungen: Sie befeuchten zu trockenes Material und entziehen zu feuchtem Material Wasser. Das unterscheidet sie von einem reinen Trockenmittel.
58 % oder 62 %
62 % erhält das Material etwas geschmeidiger und aromatischer; 58 % ist konservativer und lässt mehr Abstand zur Schimmelschwelle. In feuchtem Klima oder wenn das Material nicht ganz durchgetrocknet ins Glas kam, ist 58 % die vorsichtigere Wahl.
Wann wechseln
Sobald der Beutel hart wird. Das ist das Zeichen, dass seine Kapazität erschöpft ist und er nicht mehr reguliert.
Hygrometer für den Behälter
Das Hygrometer misst die tatsächliche Feuchte im Glas. Ohne Messung arbeitet man blind: Der Tastsinn unterscheidet 55 % nicht von 65 %, und genau dieser Unterschied entscheidet zwischen korrekter Lagerung und Schimmelbildung. Kleine Analog- oder Digitalmodelle werden ins Glas gelegt oder im Deckel integriert.
Lüften während der Fermentierung
In den ersten Wochen gibt das Material weiterhin Restfeuchte ab. Das Glas täglich einige Minuten zu öffnen, lässt diese Feuchtigkeit entweichen und frische Luft eintreten. Ohne dieses Lüften sammelt sich die Feuchtigkeit im geschlossenen Behälter und Schimmel entsteht. Es ist der Schritt, der am häufigsten übersprungen wird — und der die meisten Ernten verdirbt.
Häufige Fehler
Sich auf das Gefühl verlassen
Der Tastsinn misst nicht. Das Hygrometer schon.
Lagerung im Kühl- oder Gefrierschrank
Temperaturwechsel erzeugen Kondenswasser im Behälter — ein direkter Weg zu Schimmel. Beim Einfrieren werden die Trichome zusätzlich spröde und lösen sich.
Den Humidipack zu feuchtem Material beilegen
Der Humidipack reguliert, er trocknet nicht. Kommt das Material deutlich über dem Zielbereich ins Glas, rettet ihn der Beutel nicht: Die Trocknung muss vorher abgeschlossen sein.
Rechtlicher Hinweis
Nach § 3 KCanG dürfen volljährige Personen bis zu 50 Gramm getrocknetes Cannabis am Wohnsitz aufbewahren. Nach § 10 KCanG ist die Aufbewahrung gegen den Zugriff Dritter, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, zu sichern.
Welche Feuchte ist für die Lagerung richtig?
Zwischen 58 % und 62 % relativer Feuchte im Behälter. Unter 55 % trocknet das Material aus und die Trichome lösen sich bei der Handhabung. Über 65 % steigt das Schimmelrisiko im geschlossenen Behälter deutlich.
Wie funktioniert ein Humidipack?
Er enthält gesättigte Salzlösungen, die Feuchtigkeit abgeben oder aufnehmen, bis sich der Behälter auf einem festen Wert stabilisiert, üblicherweise 58 % oder 62 %. Er wirkt in beide Richtungen: Er befeuchtet zu trockenes Material und entzieht zu feuchtem Material Wasser. Der Wechsel erfolgt, sobald der Beutel hart wird.
58 % oder 62 %?
62 % erhält das Material etwas geschmeidiger und aromatischer. 58 % ist konservativer und lässt mehr Abstand zur Schimmelschwelle — die vorsichtigere Wahl in feuchtem Klima oder wenn das Material nicht vollständig durchgetrocknet war.
Was ist der Unterschied zwischen Trocknen und Fermentieren?
Das Trocknen entzieht der Pflanze die äußere Feuchtigkeit und dauert ein bis zwei Wochen. Das Fermentieren folgt danach: Das getrocknete Material lagert in luftdichten Gläsern, die täglich gelüftet werden. Dabei verteilt sich die Restfeuchte und die Verbindungen, die einen chlorophyllartigen Geschmack verursachen, bauen sich ab.
Wie oft muss ich das Glas beim Fermentieren lüften?
In den ersten Wochen täglich einige Minuten. Das Material gibt weiterhin Restfeuchte ab, und ohne Lüften sammelt sie sich im geschlossenen Behälter und Schimmel entsteht. Es ist der Schritt, der am häufigsten ausgelassen wird — und der die meisten Ernten verdirbt.
Kann ich den Humidipack verwenden, wenn das Material noch feucht ist?
Nein. Der Humidipack reguliert, er trocknet nicht. Kommt das Material deutlich über dem Zielbereich ins Glas, korrigiert der Beutel das nicht: Die Trocknung muss vorher abgeschlossen sein.


