Schädlingsbekämpfung für Cannabis
Schädling oder Pilz erkennen
Die Bekämpfung beginnt mit der Diagnose: Jeder Schädling hinterlässt andere Spuren, und die falsche Behandlung kostet Zeit, während das Problem fortschreitet. Die häufigsten Fälle im Innenraum:
| Problem | Woran erkennbar | Wo nachsehen |
|---|---|---|
| Spinnmilben | Gelbe Punkte auf den Blättern, feine Gespinste auf der Unterseite | Blattunterseite, mit Lupe |
| Weiße Fliege | Kleine weiße Insekten, die beim Berühren auffliegen | Blattunterseite |
| Thripse | Silbrige Flecken und schwarze Punkte (Kot) auf dem Blatt | Blattoberseite |
| Blattläuse | Kolonien an jungen Trieben, klebriger Honigtau | Neue Triebe und Knospen |
| Trauermücken | Kleine schwarze Mücken rund um das Substrat | Oberfläche des feuchten Substrats |
| Echter Mehltau | Weißer, abwischbarer Belag auf den Blättern | Blattoberseite |
| Botrytis (Grauschimmel) | Braune Fäule im Inneren dichter Blüten | Inneres der Blüten |
| Falscher Mehltau | Gelbe Flecken oben, gräulicher Belag unten | Beide Blattseiten |
Bekämpfungsmethoden: von vorbeugend bis wirksam
Vorbeugung und Monitoring
Der beste Schädling ist der, der nicht hereinkommt. Farbtafeln (gelb für Weiße Fliege und Trauermücken, blau für Thripse) dienen gleichzeitig dazu, das Eintreffen eines Schädlings frühzeitig zu erkennen und seine Population zu verringern. Sie vom ersten Tag an aufzuhängen ist die günstigste Form der Kontrolle.
Biologische Bekämpfung
Dabei werden natürliche Nützlinge eingesetzt, die sich vom Schädling ernähren: Raubmilben gegen Spinnmilben, Schlupfwespen gegen die Weiße Fliege, Nematoden gegen Larven im Substrat. Eine saubere, rückstandsfreie Methode, die mit dem Anbau in lebendiger Erde vereinbar ist. Sie erfordert frühes Handeln, da sich die Nützlinge erst etablieren müssen.
Bekämpfungsmittel
Es gibt Mittel gegen Schädlinge und Pilze in verschiedenen Formen und mit unterschiedlichen Wirkweisen, von natürlichen Grundlagen (Neemöl, Kaliseife, Pflanzenextrakte, Schwefel, Kaliumbicarbonat) bis zu speziellen Formulierungen. Die Wahl hängt vom Schädling, von der Anbauphase und von den geltenden Vorschriften ab.
Pilze: Echter Mehltau, Botrytis und Falscher Mehltau
Pilze sind kein Insektenbefall, sondern ein Problem der Bedingungen: Sie treten auf, wenn die Feuchtigkeit hoch ist und die Luft nicht zirkuliert. Deshalb ist das erste „Fungizid“ die Klimakontrolle.
Echter Mehltau
Erkennbar am weißen Belag auf den Blättern. Gedeiht bei hoher Feuchte und geringer Belüftung. Vorbeugung heißt: Feuchte im Zielbereich halten und für Luftbewegung zwischen den Pflanzen sorgen.
Botrytis (Grauschimmel)
In der Blüte am gefährlichsten, weil er sich im Inneren dichter Blüten entwickelt, wo er erst sichtbar wird, wenn der Schaden entstanden ist. Feuchte unter 50 % in der Blüte und gute Luftzirkulation sind die beste Abwehr.
Falscher Mehltau
Vom echten Mehltau dadurch zu unterscheiden, dass der Belag auf der Blattunterseite erscheint und die gelben Flecken auf der Oberseite. Ebenfalls an zu hohe Feuchte gebunden.
Vorbeugung ist Klimakontrolle
Die meisten Pilze und ein großer Teil der Schädlinge lassen sich mit Belüftung und Feuchtekontrolle besser bekämpfen als mit jedem Mittel. Ein Anbau mit Feuchte im Zielbereich, Luftbewegung zwischen den Pflanzen und gut gefilterter Zuluft hat einen Bruchteil der Probleme eines geschlossenen, feuchten Raums. Vor dem Kauf eines Fungizids lohnt der Blick auf das Klima.
Sichere Anwendung
Jedes Bekämpfungsmittel ist streng nach den Angaben auf dem Etikett anzuwenden: Dosierung, Häufigkeit, Anbauphase und Wartezeit. Viele Mittel dürfen nicht kurz vor der Ernte angewendet werden, manche nicht in der Blüte. Das Etikett ist keine Empfehlung, sondern die Bedingung für den rechtmäßigen Einsatz des Produkts.
Woran erkenne ich, welchen Schädling meine Pflanze hat?
An den Spuren, die er hinterlässt. Spinnmilben erzeugen gelbe Punkte und feine Gespinste auf der Blattunterseite; die Weiße Fliege sind weiße Insekten, die beim Berühren auffliegen; Thripse hinterlassen silbrige Flecken auf der Oberseite; Blattläuse bilden Kolonien an jungen Trieben. Die Blattunterseite mit einer Lupe zu prüfen ist der beste Ausgangspunkt, da viele Schädlinge dort beginnen.
Wie beuge ich Schädlingen im Innenraum am besten vor?
Durch frühes Monitoring und Klimakontrolle. Vom ersten Tag an aufgehängte Farbtafeln erkennen das Eintreffen eines Schädlings, bevor er sich etabliert. Und die Feuchte im Zielbereich mit guter Luftzirkulation zu halten, verhindert die meisten Pilze, die von zu hoher Feuchte abhängen. Vorbeugen kostet deutlich weniger als behandeln.
Was ist biologische Bekämpfung?
Der Einsatz natürlicher Nützlinge, die sich vom Schädling ernähren: Raubmilben gegen Spinnmilben, Schlupfwespen gegen die Weiße Fliege, Nematoden gegen Larven im Substrat. Eine rückstandsfreie, mit dem organischen Anbau vereinbare Methode, die jedoch frühes Handeln erfordert, da die Nützlinge Zeit brauchen, um sich zu etablieren und die Population zu kontrollieren.
Wie beuge ich Mehltau und Botrytis vor?
Beide hängen mehr vom Klima ab als von jedem Mittel. Echter Mehltau (weißer Belag auf den Blättern) und Botrytis (Fäule im Inneren der Blüten) gedeihen bei hoher Feuchte und stehender Luft. Die Feuchte im Zielbereich zu halten — unter 50 % in der Blüte — und für Luftbewegung zwischen den Pflanzen zu sorgen, ist die wirksamste Vorbeugung. Vor dem Kauf eines Fungizids lohnt der Blick auf Belüftung und Feuchtekontrolle.
Darf ich jedes Mittel in meinem Anbau verwenden?
Nein. In Deutschland und der EU dürfen nur zugelassene und amtlich registrierte Pflanzenschutzmittel in Verkehr gebracht und verwendet werden, und jede Zulassung ist an konkrete Anwendungen gebunden. Vor der Anwendung sind stets Etikett und Zulassungsbereich zu prüfen sowie Dosierung, Phase und Wartezeit einzuhalten.
Darf ich während der Blüte behandeln?
Das hängt vom Mittel ab. Viele Behandlungen dürfen wegen ihrer Wartezeit nicht kurz vor der Ernte oder in der Blüte angewendet werden, und eine trotzdem erfolgte Anwendung hinterlässt Rückstände. Das Etikett jedes Produkts gibt an, in welchen Phasen es zulässig ist. In der Blüte sind biologische Bekämpfung und Klimamaßnahmen (Feuchte und Belüftung) meist der sicherste Weg.

