Schädlingsbekämpfung für Cannabis

Farbtafeln, biologische Nützlinge, Mittel gegen Schädlinge und Pilze sowie Ausbringungszubehör. Entscheidend ist nicht das stärkste Mittel, sondern das Problem früh zu erkennen und mit der zur Phase passenden Methode zu handeln.

Spruzit Insektizid-Akarizid Konzentrat

(0)

Schädling oder Pilz erkennen

Die Bekämpfung beginnt mit der Diagnose: Jeder Schädling hinterlässt andere Spuren, und die falsche Behandlung kostet Zeit, während das Problem fortschreitet. Die häufigsten Fälle im Innenraum:

ProblemWoran erkennbarWo nachsehen
SpinnmilbenGelbe Punkte auf den Blättern, feine Gespinste auf der UnterseiteBlattunterseite, mit Lupe
Weiße FliegeKleine weiße Insekten, die beim Berühren auffliegenBlattunterseite
ThripseSilbrige Flecken und schwarze Punkte (Kot) auf dem BlattBlattoberseite
BlattläuseKolonien an jungen Trieben, klebriger HonigtauNeue Triebe und Knospen
TrauermückenKleine schwarze Mücken rund um das SubstratOberfläche des feuchten Substrats
Echter MehltauWeißer, abwischbarer Belag auf den BlätternBlattoberseite
Botrytis (Grauschimmel)Braune Fäule im Inneren dichter BlütenInneres der Blüten
Falscher MehltauGelbe Flecken oben, gräulicher Belag untenBeide Blattseiten

Bekämpfungsmethoden: von vorbeugend bis wirksam

Vorbeugung und Monitoring

Der beste Schädling ist der, der nicht hereinkommt. Farbtafeln (gelb für Weiße Fliege und Trauermücken, blau für Thripse) dienen gleichzeitig dazu, das Eintreffen eines Schädlings frühzeitig zu erkennen und seine Population zu verringern. Sie vom ersten Tag an aufzuhängen ist die günstigste Form der Kontrolle.

Biologische Bekämpfung

Dabei werden natürliche Nützlinge eingesetzt, die sich vom Schädling ernähren: Raubmilben gegen Spinnmilben, Schlupfwespen gegen die Weiße Fliege, Nematoden gegen Larven im Substrat. Eine saubere, rückstandsfreie Methode, die mit dem Anbau in lebendiger Erde vereinbar ist. Sie erfordert frühes Handeln, da sich die Nützlinge erst etablieren müssen.

Bekämpfungsmittel

Es gibt Mittel gegen Schädlinge und Pilze in verschiedenen Formen und mit unterschiedlichen Wirkweisen, von natürlichen Grundlagen (Neemöl, Kaliseife, Pflanzenextrakte, Schwefel, Kaliumbicarbonat) bis zu speziellen Formulierungen. Die Wahl hängt vom Schädling, von der Anbauphase und von den geltenden Vorschriften ab.

Pilze: Echter Mehltau, Botrytis und Falscher Mehltau

Pilze sind kein Insektenbefall, sondern ein Problem der Bedingungen: Sie treten auf, wenn die Feuchtigkeit hoch ist und die Luft nicht zirkuliert. Deshalb ist das erste „Fungizid“ die Klimakontrolle.

Echter Mehltau

Erkennbar am weißen Belag auf den Blättern. Gedeiht bei hoher Feuchte und geringer Belüftung. Vorbeugung heißt: Feuchte im Zielbereich halten und für Luftbewegung zwischen den Pflanzen sorgen.

Botrytis (Grauschimmel)

In der Blüte am gefährlichsten, weil er sich im Inneren dichter Blüten entwickelt, wo er erst sichtbar wird, wenn der Schaden entstanden ist. Feuchte unter 50 % in der Blüte und gute Luftzirkulation sind die beste Abwehr.

Falscher Mehltau

Vom echten Mehltau dadurch zu unterscheiden, dass der Belag auf der Blattunterseite erscheint und die gelben Flecken auf der Oberseite. Ebenfalls an zu hohe Feuchte gebunden.

Vorbeugung ist Klimakontrolle

Die meisten Pilze und ein großer Teil der Schädlinge lassen sich mit Belüftung und Feuchtekontrolle besser bekämpfen als mit jedem Mittel. Ein Anbau mit Feuchte im Zielbereich, Luftbewegung zwischen den Pflanzen und gut gefilterter Zuluft hat einen Bruchteil der Probleme eines geschlossenen, feuchten Raums. Vor dem Kauf eines Fungizids lohnt der Blick auf das Klima.

Sichere Anwendung

Jedes Bekämpfungsmittel ist streng nach den Angaben auf dem Etikett anzuwenden: Dosierung, Häufigkeit, Anbauphase und Wartezeit. Viele Mittel dürfen nicht kurz vor der Ernte angewendet werden, manche nicht in der Blüte. Das Etikett ist keine Empfehlung, sondern die Bedingung für den rechtmäßigen Einsatz des Produkts.

Wichtiger Hinweis. In Deutschland und der EU dürfen nur zugelassene und amtlich registrierte Pflanzenschutzmittel in Verkehr gebracht und verwendet werden, und jede Zulassung ist an konkrete Anwendungen gebunden. Prüfe stets das Etikett und den Zulassungsbereich des Produkts vor der Anwendung. Die Angaben auf dieser Seite dienen der Orientierung zu Erkennung und Bekämpfungsmethoden und ersetzen weder die Herstellerangaben noch die Beratung durch eine Fachkraft.

Woran erkenne ich, welchen Schädling meine Pflanze hat?

An den Spuren, die er hinterlässt. Spinnmilben erzeugen gelbe Punkte und feine Gespinste auf der Blattunterseite; die Weiße Fliege sind weiße Insekten, die beim Berühren auffliegen; Thripse hinterlassen silbrige Flecken auf der Oberseite; Blattläuse bilden Kolonien an jungen Trieben. Die Blattunterseite mit einer Lupe zu prüfen ist der beste Ausgangspunkt, da viele Schädlinge dort beginnen.

Wie beuge ich Schädlingen im Innenraum am besten vor?

Durch frühes Monitoring und Klimakontrolle. Vom ersten Tag an aufgehängte Farbtafeln erkennen das Eintreffen eines Schädlings, bevor er sich etabliert. Und die Feuchte im Zielbereich mit guter Luftzirkulation zu halten, verhindert die meisten Pilze, die von zu hoher Feuchte abhängen. Vorbeugen kostet deutlich weniger als behandeln.

Was ist biologische Bekämpfung?

Der Einsatz natürlicher Nützlinge, die sich vom Schädling ernähren: Raubmilben gegen Spinnmilben, Schlupfwespen gegen die Weiße Fliege, Nematoden gegen Larven im Substrat. Eine rückstandsfreie, mit dem organischen Anbau vereinbare Methode, die jedoch frühes Handeln erfordert, da die Nützlinge Zeit brauchen, um sich zu etablieren und die Population zu kontrollieren.

Wie beuge ich Mehltau und Botrytis vor?

Beide hängen mehr vom Klima ab als von jedem Mittel. Echter Mehltau (weißer Belag auf den Blättern) und Botrytis (Fäule im Inneren der Blüten) gedeihen bei hoher Feuchte und stehender Luft. Die Feuchte im Zielbereich zu halten — unter 50 % in der Blüte — und für Luftbewegung zwischen den Pflanzen zu sorgen, ist die wirksamste Vorbeugung. Vor dem Kauf eines Fungizids lohnt der Blick auf Belüftung und Feuchtekontrolle.

Darf ich jedes Mittel in meinem Anbau verwenden?

Nein. In Deutschland und der EU dürfen nur zugelassene und amtlich registrierte Pflanzenschutzmittel in Verkehr gebracht und verwendet werden, und jede Zulassung ist an konkrete Anwendungen gebunden. Vor der Anwendung sind stets Etikett und Zulassungsbereich zu prüfen sowie Dosierung, Phase und Wartezeit einzuhalten.

Darf ich während der Blüte behandeln?

Das hängt vom Mittel ab. Viele Behandlungen dürfen wegen ihrer Wartezeit nicht kurz vor der Ernte oder in der Blüte angewendet werden, und eine trotzdem erfolgte Anwendung hinterlässt Rückstände. Das Etikett jedes Produkts gibt an, in welchen Phasen es zulässig ist. In der Blüte sind biologische Bekämpfung und Klimamaßnahmen (Feuchte und Belüftung) meist der sicherste Weg.

Filters