Vorschaltgeräte (EVG / KVG)
Wozu dient ein Vorschaltgerät
Eine Entladungslampe (NDL oder MH) lässt sich nicht direkt an das Stromnetz anschließen. Zum Zünden benötigt sie eine hohe Spannung, und im Betrieb einen begrenzten, stabilen Strom, um sich nicht selbst zu zerstören. Genau das leistet das Vorschaltgerät: Es liefert den Zündimpuls und regelt anschließend den Strom über die gesamte Betriebsdauer.
Ohne Vorschaltgerät zündet die Lampe nicht. Mit einem ungeeigneten Vorschaltgerät zündet sie zwar, bleibt aber unter ihrer Nennleistung und ihre Lebensdauer verkürzt sich.
EVG oder KVG
| Elektronisch (EVG) | Konventionell (KVG) | |
|---|---|---|
| Gewicht | Leicht (1 – 3 kg) | Schwer (5 – 12 kg) |
| Effizienz | Höher: geringere Verluste als Wärme | Geringer: ein Teil der Energie geht als Wärme verloren |
| Leistungsregelung | Ja, bei den meisten Modellen (250/400/600 W plus Superlumens) | Nein, außer bei speziellen Modellen |
| Geräusch | Leise oder mit minimalem Brummen | Hörbares Brummen des Kerns |
| Flimmern | Hochfrequent: stabiles Licht | Flimmern mit 50 Hz, für das Auge nicht wahrnehmbar |
| Robustheit | Elektronik reagiert empfindlich auf Spannungsspitzen | Sehr robust und langlebig |
| Preis | Höher | Niedriger |
In der Praxis ist das EVG heute die Standardwahl: geringeres Gewicht, weniger Wärmeeintrag in die Growbox und die Möglichkeit, die Leistung mit demselben Gerät an die jeweilige Phase anzupassen. Das KVG bleibt sinnvoll, wo Robustheit und Preis zählen und Gewicht und Wärme keine Rolle spielen.
Welche Leistung wählen
Das Vorschaltgerät richtet sich nach der Leistung der Lampe, und diese wiederum nach der Anbaufläche:
| Leistung | Kompatible Lampe | Fläche (Richtwert) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| 250 W | NDL / MH mit 250 W | bis 0,4 m² (60x60 cm) | Kleine Räume, Anzucht |
| 400 W | NDL / MH mit 400 W | 0,4 – 0,8 m² (80x80 cm) | Einsteiger-Growbox |
| 600 W | NDL / MH mit 600 W | 0,8 – 1,5 m² (100x100 / 120x120 cm) | Die verbreitetste Leistung: bestes Verhältnis Licht/Verbrauch |
| 1000 W | NDL / MH mit 1000 W | über 1,5 m² | Große Flächen, erfordert großzügig ausgelegte Abluft |
600 W gelten als Standard, weil Lampen dieser Leistungsklasse innerhalb der NDL-Reihe die beste Lichtausbeute je Watt liefern.
Regelbare Vorschaltgeräte
Ein regelbares 600-W-Gerät lässt sich je nach Phase mit 250, 400 oder 600 W betreiben. Praktisch, um die Leistung bei Jungpflanzen zu reduzieren und in der Blüte zu erhöhen, ohne ein zweites Gerät anzuschaffen.
Superlumens-Modus
Betreibt die Lampe über ihrer Nennleistung (etwa 10 % mehr). Die Lichtausbeute steigt, ebenso jedoch Wärmeentwicklung und Verschleiß der Lampe. Sinnvoll nur in den letzten Blütewochen und nur, wenn die Abluftanlage die zusätzliche Wärme abführen kann.
Kompatibilität: welche Lampe mit welchem Gerät
NDL und MH
Die meisten aktuellen EVG sind mit Natriumdampflampen (NDL, Blüte) und Halogen-Metalldampflampen (MH, Wachstum) derselben Leistung kompatibel. Das erlaubt den Betrieb eines einzigen Vorschaltgeräts über den gesamten Zyklus, wobei nur das Leuchtmittel gewechselt wird.
LED brauchen kein Vorschaltgerät
Ein LED-Panel besitzt einen integrierten Treiber, der diese Funktion übernimmt. Der Anschluss eines LED an ein Vorschaltgerät für Entladungslampen beschädigt das Gerät. Wer mit LED arbeitet, benötigt diese Kategorie nicht.
CMH / LEC
Keramik-Metalldampflampen benötigen ein spezielles, in der Regel niederfrequentes elektronisches Vorschaltgerät. Sie lassen sich nicht mit einem beliebigen NDL-Gerät betreiben.
Installation und Sicherheit
Das Vorschaltgerät entwickelt Wärme und muss frei belüftet sein: niemals abgedeckt, nicht direkt auf dem Boden der Growbox und nicht in Kontakt mit dem Gewebe. Üblich ist die Montage außerhalb der Box, wodurch die Abwärme gar nicht erst in den Anbauraum gelangt.
Der Anschluss erfolgt an eine geerdete Steckdose mit ausreichender Belastbarkeit. Bei mehreren Vorschaltgeräten hält eine Haushaltszeitschaltuhr dem gleichzeitigen Einschaltstrom nicht stand: Hier ist ein Schaltschütz oder eine Timer-Box erforderlich.
Häufige Fehler
Überdimensionierte Leistung
Ein 1000-W-Gerät in einer Box mit 80x80 cm bringt keine besseren Ergebnisse: Es erzeugt Wärme, die die Abluft nicht abführen kann, und begrenzt den Anbau eher, als ihn zu verbessern.
Zu schnelles Wiedereinschalten
Entladungslampen müssen abkühlen, bevor sie erneut zünden. Häufige Ein- und Ausschaltzyklen verkürzen die Lebensdauer der Lampe und belasten das Vorschaltgerät.
Einbau in der Box unter Abdeckung
Die häufigste Ursache für Überhitzung und vorzeitigen Geräteausfall.
Welches Vorschaltgerät brauche ich für meine Lampe?
Das Vorschaltgerät muss zur Leistung der Lampe passen: Eine NDL mit 600 W benötigt ein 600-W-Gerät. Die meisten aktuellen EVG sind mit NDL und MH derselben Leistung kompatibel, sodass ein Gerät über den gesamten Zyklus genügt und nur das Leuchtmittel gewechselt wird. Keramiklampen (CMH/LEC) erfordern ein eigenes Vorschaltgerät.
Was ist der Unterschied zwischen EVG und KVG?
Das elektronische Vorschaltgerät (EVG) ist leichter, effizienter, erzeugt weniger Wärme und lässt sich meist in der Leistung regeln (250/400/600 W in einem Gerät). Das konventionelle Gerät (KVG) ist schwerer, gibt mehr Wärme ab und bietet keine Regelung, ist dafür robuster, günstiger und langlebiger. Für den Indoor-Anbau ist das EVG heute die Standardwahl.
Brauchen LED-Panels ein Vorschaltgerät?
Nein. LED haben einen integrierten Treiber, der diese Funktion übernimmt. Der Anschluss an ein Vorschaltgerät für Entladungslampen beschädigt das Gerät. Ein Vorschaltgerät ist nur bei NDL, MH und CMH erforderlich.
Welche Leistung ist die richtige?
Die Wahl richtet sich nach der Anbaufläche. Als Orientierung: 250 W bis 0,4 m², 400 W von 0,4 bis 0,8 m², 600 W von 0,8 bis 1,5 m² und 1000 W darüber. 600 W gelten als Standard, weil diese Leistungsklasse innerhalb der NDL-Reihe die beste Lichtausbeute je Watt liefert.
Wozu dient der Superlumens-Modus?
Er betreibt die Lampe über ihrer Nennleistung, um die Lichtausbeute zu erhöhen. Im Gegenzug steigen Wärmeentwicklung und Verschleiß des Leuchtmittels. Sinnvoll ist er nur in den letzten Blütewochen und nur, wenn die Abluftanlage die zusätzliche Wärme abführen kann.
Wo wird das Vorschaltgerät installiert?
Vorzugsweise außerhalb der Growbox, an einem belüfteten Ort, niemals abgedeckt oder auf dem Gewebe aufliegend. Das Gerät erzeugt eigene Abwärme, und im Inneren der Box müsste die Abluftanlage diese ohne Not zusätzlich abführen.
