Regeneration, auch Re-Vegging genannt, bedeutet, eine bereits abgeerntete, photoperiodische Cannabis-Pflanze zurück in die Wachstumsphase zu schicken, um sie ein zweites Mal blühen und ernten zu lassen. Dazu stellst du den Lichtzyklus wieder auf lange Lichtzeiten um und lässt einige Blätter und Triebe an der Pflanze. So sparst du dir einen neuen Grow von Grund auf. 

Was ist Regeneration (Re-Vegging)? 

Beim Re-Vegging nutzt du die Fähigkeit photoperiodischer Cannabis-Pflanzen, zwischen Wachstum und Blüte zu wechseln, je nach Lichtzyklus. Nach der Ernte schickst du die Pflanze durch lange tägliche Lichtzeiten zurück ins vegetative Wachstum, statt sie zu entsorgen. 

Die Pflanze bildet dann neue Triebe und Blätter und kann nach einer erneuten Wachstumsphase ein zweites Mal in die Blüte gehen. Das spart Zeit gegenüber einem kompletten Neustart und erhält eine bewährte Genetik, die du bereits kennst. Eine bewährte Genetik lässt sich alternativ auch über Stecklinge vermehren. 

Wann sich Regeneration lohnt 

Regeneration eignet sich vor allem für feminisierte Pflanzen oder andere photoperiodische Sorten, deren Ergebnis dich überzeugt hat und die du erhalten möchtest. Statt neue Samen zu keimen, holst du aus einer bekannten, gesunden Pflanze eine weitere Ernte. Wer dennoch neu starten möchte, findet in unserer Anleitung alles zum Cannabissamen keimen lassen. 

Wichtig: Autoflowering Sorten lassen sich nicht regenerieren, weil sie unabhängig vom Lichtzyklus blühen und einen festen Lebenszyklus haben. Re-Vegging funktioniert ausschließlich mit photoperiodischen Genetiken, die über das Licht gesteuert werden können. Für Autoflower ist nach der Ernte Schluss. 

Regeneration Schritt für Schritt 

Ernte die Pflanze, lasse dabei aber einige untere Triebe, kleine Blüten und vor allem grüne Blätter stehen. Diese Blätter braucht die Pflanze, um wieder Energie zu gewinnen. Stelle anschließend den Lichtzyklus zurück auf lange Lichtzeiten, etwa 18 Stunden Licht pro Tag. 

In den folgenden Wochen zeigt die Pflanze zunächst ungewöhnlich geformte, glatte Blätter, ein normales Zeichen der Umstellung. Nach und nach bildet sie neue, gesunde Triebe. Versorge sie in dieser Phase wieder mit stickstoffbetontem Wachstumsdünger, um die Erholung zu unterstützen. 

Pflege nach der Umstellung 

Die regenerierende Pflanze braucht Geduld und stabile Bedingungen. Halte Klima, Licht und Bewässerung gleichmäßig und dünge maßvoll, während sie neue Struktur aufbaut. Da sie bereits ein Wurzelsystem besitzt, kann sie nach der Erholung oft kräftig und buschig nachwachsen. 

Sobald die Pflanze genug neue Triebe gebildet hat, kannst du sie wie gewohnt in die Blüte schicken, indem du den Lichtzyklus wieder auf 12 Stunden Licht umstellst. Das Ergebnis ist eine zweite Ernte derselben Genetik, ohne dass du bei null anfangen musstest. 

Woran du eine erfolgreiche Regeneration erkennst 

In den ersten Wochen nach der Umstellung sieht eine regenerierende Pflanze ungewöhnlich aus. Sie bildet oft einzelne, glatte, wenig gezackte Blätter, die kaum an typische Cannabis-Blätter erinnern. Das ist ein normales Zeichen dafür, dass die Pflanze von der Blüte zurück ins Wachstum wechselt. 

Mit der Zeit erscheinen wieder normale, gezackte Blätter und neue, kräftige Triebe. Spätestens dann weißt du, dass die Regeneration gelungen ist. Bleibt die Pflanze dagegen dauerhaft schwach oder bildet keine neuen Triebe, war der Rückschnitt womöglich zu radikal oder es blieben zu wenige grüne Blätter stehen. 

Regeneration, Klonen oder Neustart? 

Die Regeneration ist nur einer von mehreren Wegen, eine Genetik weiterzuführen. Alternativ kannst du vor der Ernte Stecklinge nehmen und so Klone der Pflanze sichern, oder du startest mit frischen Samen einen neuen Grow. Jede Methode hat ihren Platz. 

Klonen ist meist zuverlässiger als Re-Vegging, weil die junge Pflanze frisch startet, statt sich erst erholen zu müssen. Ein Neustart aus Samen liefert die robustesten Pflanzen. Die Regeneration lohnt sich vor allem, wenn du kurzfristig aus einer vorhandenen Pflanze noch eine zweite Ernte holen möchtest, ohne neu anzufangen. 

Vor- und Nachteile der Regeneration 

Der größte Vorteil ist Zeitersparnis: Du überspringst Keimung und frühe Wachstumsphase und nutzt eine bereits etablierte Pflanze mit fertigem Wurzelwerk. Zudem erhältst du eine bewährte Genetik, die dich schon einmal überzeugt hat. 

Die Nachteile sollte man aber kennen. Die Regeneration kostet die Pflanze Kraft, die Erholung dauert einige Wochen, und das Ergebnis der zweiten Ernte fällt nicht immer so üppig aus wie beim ersten Mal. Auch zählt die Pflanze weiterhin zur erlaubten Pflanzenzahl von drei pro erwachsene Person. Für viele ist ein frischer Grow oder das Klonen die zuverlässigere Alternative. 

Typische Fehler beim Re-Vegging 

Der häufigste Fehler ist ein zu radikaler Rückschnitt bei der Ernte. Wer alle Blätter und Triebe entfernt, nimmt der Pflanze die Grundlage, um wieder Energie zu gewinnen. Lasse deshalb bewusst mehrere grüne Blätter und einige untere Triebe stehen, an denen die Regeneration ansetzen kann. 

Ein weiterer Fehler ist Ungeduld. Die Pflanze braucht nach der Umstellung Zeit, oft mehrere Wochen, bis sie wieder normal wächst. Wer in dieser Phase zu stark düngt oder das Licht zu schnell hochfährt, riskiert zusätzlichen Stress. Gleichmäßige, geduldige Pflege ist der Schlüssel zu einer gelungenen zweiten Ernte. 

Cannabispflanze während der Regeneration mit neuen Trieben und Blättern

Häufig gestellte Fragen (FAQ) 

Was bedeutet Cannabis-Regeneration? 

Regeneration, auch Re-Vegging genannt, bedeutet, eine bereits abgeerntete photoperiodische Pflanze zurück in die Wachstumsphase zu schicken, um sie ein zweites Mal blühen und ernten zu lassen. Dazu stellst du den Lichtzyklus wieder auf lange Lichtzeiten um und lässt Blätter und Triebe stehen. 

Kann man Autoflower regenerieren? 

Nein. Autoflowering Sorten blühen unabhängig vom Lichtzyklus und haben einen festen Lebenszyklus. Nach der Ernte lassen sie sich nicht zurück ins Wachstum schicken. Regeneration funktioniert ausschließlich mit photoperiodischen Sorten, die über das Licht gesteuert werden. 

Wie funktioniert Re-Vegging? 

Bei der Ernte lässt du einige grüne Blätter, kleine Blüten und untere Triebe an der Pflanze und stellst den Lichtzyklus auf lange Lichtzeiten wie 18 Stunden um. Die Pflanze bildet dann neue Triebe. Nach der Erholung kann sie erneut in die Blüte geschickt und ein zweites Mal geerntet werden. 

Lohnt sich die Regeneration? 

Sie spart Zeit, weil Keimung und frühe Wachstumsphase entfallen, und erhält eine bewährte Genetik. Allerdings kostet sie die Pflanze Kraft, die Erholung dauert Wochen, und die zweite Ernte fällt oft geringer aus. Für viele sind ein frischer Grow oder Klone die zuverlässigere Wahl. 

Zählt eine regenerierte Pflanze zur Pflanzengrenze? 

Ja. Eine regenerierte Pflanze bleibt eine Pflanze und zählt weiterhin zur erlaubten Zahl. In Deutschland sind seit dem CanG von 2024 bis zu drei Pflanzen pro erwachsene Person erlaubt. Plane die Regeneration daher innerhalb dieser Grenze ein.