In Deutschland startet der Outdoor-Anbau je nach Sorte im Frühjahr: Vorziehen ab März/April drinnen, Auspflanzen ins Freie nach den Eisheiligen Mitte Mai. Über den Sommer wachsen die Pflanzen, ab Ende Juli bis September folgt die Blüte, geerntet wird meist zwischen September und Oktober. Autoflowering Sorten sind flexibler und liefern über den Sommer schneller.

Wer outdoor anbaut, richtet sich nach den Jahreszeiten – und in Deutschland ist die Saison kurz und wechselhaft. Ein guter Anbaukalender hilft dir, Aussaat, Wachstum, Blüte und Ernte richtig zu timen und Frost sowie Herbstregen zu umgehen. Dieser Monat-für-Monat-Überblick zeigt dir, wann welcher Schritt ansteht und wie du deinen Grow optimal planst.

Die Outdoor-Saison im Überblick

Der natürliche Anbau im Freien folgt dem Sonnenstand. Ob sich für dich eher Indoor- oder Outdoor-Anbau eignet, zeigt unser direkter Vergleich. Photoperiodische Pflanzen wachsen, solange die Tage lang sind, und beginnen zu blühen, wenn die Lichtstunden im Spätsommer abnehmen. Die Saison reicht grob von März bis Oktober: Aussaat und Vorzucht im Frühjahr, Wachstum im Sommer, Blüte im Spätsommer und Ernte im Herbst. Das genaue Timing hängt von Sorte, Region und Wetter ab.

Frühjahr: Aussaat und Start

März bis April

In dieser Zeit ziehst du deine Pflanzen am besten drinnen auf einer Fensterbank oder unter einer Lampe vor. Wann genau der beste Zeitpunkt zum Keimen im Frühjahr ist, erklären wir dir Schritt für Schritt. So bekommen sie einen geschützten Start, während es draußen noch zu kalt und die Nächte zu frostig sind. Die jungen Pflanzen entwickeln in dieser Phase ihre ersten kräftigen Blätter und ein solides Wurzelwerk, bevor sie später ins Freie umziehen.

Mai: Auspflanzen nach den Eisheiligen

Der wichtigste Termin im Frühjahr sind die Eisheiligen Mitte Mai. Erst danach ist das Risiko von Nachtfrost weitgehend gebannt, und du kannst die vorgezogenen Pflanzen ins Freie setzen. Gewöhne sie langsam an die Sonne und die Außenbedingungen („Abhärten“), um Stress zu vermeiden. Ein sonniger, geschützter und diskreter Standort ist jetzt entscheidend für den weiteren Verlauf.

Sommer: die Wachstumsphase

Von Juni bis Juli wachsen die Pflanzen dank langer Tage und viel Sonnenlicht kräftig heran. Jetzt entwickeln sie ihre Struktur und Größe. In dieser Phase brauchen sie ausreichend Wasser, einen stickstoffbetonten Dünger und regelmäßige Kontrolle auf Schädlinge. Wer möchte, kann mit sanften Trainingstechniken die Form der Pflanze beeinflussen. Gegen Ende Juli kündigt sich mit den kürzer werdenden Tagen langsam die Blüte an.

Spätsommer und Herbst: Blüte und Ernte

Ab Ende Juli bis August beginnen photoperiodische Pflanzen zu blühen, da die Lichtstunden abnehmen. Nun verschiebt sich der Nährstoffbedarf hin zu Phosphor und Kalium. Die Blüten reifen über die folgenden Wochen heran. Geerntet wird meist zwischen September und Oktober, je nach Sorte und Witterung. Wichtig ist, vor den ersten Herbstregen und Frösten zu ernten, um Schimmel und Ernteverluste zu vermeiden. Wie du die Ernte danach richtig trocknest und curst, entscheidet über Aroma und Haltbarkeit.

Der Autoflower-Kalender

Deutlich flexibler sind autoflowering Sorten. Da sie unabhängig vom Lichtzyklus blühen, kannst du sie ab Mai direkt aussäen und bist nicht an den Sonnenstand gebunden. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen meist nur acht bis zwölf Wochen, sodass über den Sommer sogar zwei Durchgänge möglich sind. Das macht Autoflower ideal für den kurzen, wechselhaften deutschen Sommer.

Ein typischer Autoflower-Plan: Aussaat im Mai, erste Ernte im Juli oder August, bei früher Aussaat und schneller Sorte eine zweite Runde bis in den September. So nutzt du die warme Jahreszeit optimal aus und musst nicht bis zum Herbst auf die Ernte warten – ein großer Vorteil gegenüber photoperiodischen Sorten.

Die Wintermonate: Pause und Vorbereitung

Von November bis Februar ruht der Outdoor-Anbau in Deutschland – es ist zu kalt und die Tage sind zu kurz. Diese Zeit nutzt du am besten zur Vorbereitung: Samen auswählen und bestellen, den Standort planen, Erde und Zubehör besorgen und dich über passende Sorten informieren. Wer indoor anbaut, kann diese Monate natürlich weiter nutzen. Für den Outdoor-Grow gilt der Winter als Planungsphase für die kommende Saison.

Cannabis-Anbaukalender mit junger Pflanze im Außenanbau auf einem Feld

Der Standort als Erfolgsfaktor

Unabhängig vom Monat entscheidet der Standort maßgeblich über die Ernte. Ideal ist ein Platz mit möglichst vielen Sonnenstunden, Schutz vor starkem Wind und guter Luftzirkulation, die Schimmel vorbeugt. Zugleich sollte der Ort diskret und vor dem Zugriff Dritter, insbesondere Minderjähriger, geschützt sein, wie es das Gesetz verlangt. Ein durchdacht gewählter Standort gleicht manche Wetterlaunen aus und bildet das Fundament eines gesunden Grows.

Die Saison auf einen Blick

  • März–April: Samen keimen und drinnen vorziehen.
  • Mai: nach den Eisheiligen ins Freie auspflanzen (Autoflower direkt aussäen).
  • Juni–Juli: kräftige Wachstumsphase, viel Sonne und Wasser.
  • August–September: Blüte, Umstellung auf Phosphor und Kalium.
  • September–Oktober: Ernte vor Herbstregen und Frost.

Nach der Ernte: Trocknen und Curen

Mit der Ernte im Herbst ist der Grow noch nicht abgeschlossen. Jetzt folgen Trocknen und Curen, die über einen großen Teil der Endqualität entscheiden. Die frisch geernteten Blüten trocknen über ein bis zwei Wochen dunkel und luftig, bevor sie in luftdichten Behältern über mehrere Wochen nachreifen. Plane diese Zeit fest in deinen Jahreskalender ein – erst nach dem Curen ist deine Outdoor-Ernte wirklich genussreif und optimal haltbar.

Tipps für das deutsche Klima

Das wechselhafte Wetter mit Regen und kühlen Nächten ist die größte Herausforderung. Wähle robuste, schimmelresistente und schnell blühende Sorten, damit die Ernte vor dem Herbstregen reif ist. Ein geschützter, sonniger Standort mit guter Luftzirkulation senkt das Schimmelrisiko. Behalte die Wettervorhersage im Blick und sei bereit, bei einsetzendem Dauerregen früher zu ernten, um deine Pflanzen zu schützen.

Mit diesem Kalender kannst du deinen Outdoor-Grow über das ganze Jahr planen. Der Frühling gehört der Aussaat und dem Vorziehen, der Sommer dem Wachstum, der Spätsommer der Blüte und der Herbst der Ernte. Wer die Eisheiligen abwartet und vor den ersten Herbstregen erntet, kommt auch mit dem kurzen deutschen Sommer gut zurecht.

Cannabis-Anbaukalender mit junger Cannabispflanze im Freiland während der frühen Wachstumsphase

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann sät man Cannabis in Deutschland aus?

Photoperiodische Sorten ziehst du am besten ab März bis April drinnen vor und pflanzt sie nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Autoflowering Sorten kannst du ab Mai direkt draußen aussäen. Der genaue Zeitpunkt hängt von Region, Wetter und Sorte ab.

Wann erntet man Cannabis outdoor?

Photoperiodische Outdoor-Pflanzen werden in Deutschland meist zwischen September und Oktober geerntet, je nach Sorte und Witterung. Wichtig ist, vor den ersten Herbstregen und Frösten zu ernten, um Schimmel zu vermeiden. Autoflowering Sorten sind oft schon im Juli oder August erntereif.

Warum sind die Eisheiligen wichtig?

Die Eisheiligen Mitte Mai markieren das Ende der Spätfrostgefahr. Erst danach ist es sicher, vorgezogene Pflanzen ins Freie zu setzen, ohne dass Nachtfrost sie schädigt. Wer zu früh auspflanzt, riskiert Frostschäden. Deshalb gilt Mitte Mai als klassischer Startzeitpunkt für den Outdoor-Grow.

Wie viele Ernten sind outdoor möglich?

Mit photoperiodischen Sorten gibt es in Deutschland in der Regel eine Ernte pro Jahr im Herbst. Autoflowering Sorten ermöglichen dank ihrer kurzen Kulturdauer über den Sommer teils zwei Durchgänge. So lässt sich die warme Jahreszeit besser ausnutzen und die Erntemenge erhöhen.

Welche Sorten eignen sich für das deutsche Klima?

Robuste, schimmelresistente und schnell blühende Sorten sind ideal, da der Sommer kurz und wechselhaft ist. Autoflowering Genetiken reifen unabhängig vom Lichtzyklus und sind besonders geeignet. Ein sonniger, geschützter Standort mit guter Luftzirkulation erhöht die Chance auf eine gesunde Ernte zusätzlich.