In der Wachstumsphase brauchen Cannabis-Pflanzen viel Stickstoff (N) für Blätter und Triebe, in der Blütephase mehr Phosphor (P) und Kalium (K) für die Blütenbildung. Ein guter Düngeplan startet mit niedriger Dosierung und steigert sie langsam. Dünge lieber vorsichtig, kontrolliere pH- und EC-Wert und passe die Menge an die Reaktion der Pflanze an.

Die richtige Düngung entscheidet über Wachstum, Ertrag und Qualität – doch gerade hier machen viele Fehler. Zu wenig Nährstoffe bremsen die Pflanze, zu viele verbrennen sie. Ein durchdachter Düngeplan, abgestimmt auf die jeweilige Phase, ist der Schlüssel zu gesunden Pflanzen. Dieser Ratgeber erklärt, welche Nährstoffe wann wichtig sind und wie du Über- und Unterdüngung sicher vermeidest.

Die wichtigsten Nährstoffe: NPK

Cannabis benötigt vor allem drei Hauptnährstoffe, zusammengefasst als NPK: Stickstoff (N) für Blattmasse und Wachstum, Phosphor (P) für Wurzeln und Blütenbildung sowie Kalium (K) für die allgemeine Pflanzengesundheit und die Qualität der Blüten. Hinzu kommen Sekundärnährstoffe wie Calcium und Magnesium sowie Spurenelemente. Das Verhältnis dieser Nährstoffe verschiebt sich im Laufe des Anbaus – genau daran orientiert sich der Düngeplan. Wann Wachstum, Blüte und Ernte zeitlich anstehen, ordnet unser Cannabis-Anbaukalender Monat für Monat ein.

Düngen in der Wachstumsphase

In der Wachstumsphase steht der Aufbau von Blättern, Trieben und Wurzeln im Vordergrund. Jetzt braucht die Pflanze viel Stickstoff. Ein passender Wachstumsdünger liefert ein stickstoffbetontes Nährstoffverhältnis, das kräftiges, gesundes Wachstum fördert. Beginne mit einer niedrigen Dosierung und steigere sie behutsam, während die Pflanze größer wird und mehr Nährstoffe aufnehmen kann.

Junge Pflanzen und Sämlinge kommen zunächst mit sehr wenig Dünger aus – oft reicht das im Substrat enthaltene Angebot für die ersten ein bis zwei Wochen. Erst mit zunehmender Größe steigt der Bedarf. Beobachte die Blattfarbe: kräftiges Grün zeigt eine gute Versorgung, blasse Blätter deuten auf Stickstoffmangel hin, dunkle mit gebogenen Spitzen auf ein Zuviel.

Düngen in der Blütephase

Mit Beginn der Blüte ändert sich der Bedarf grundlegend: Die Pflanze braucht nun weniger Stickstoff und mehr Phosphor und Kalium für die Bildung dichter, schwerer Blüten. Ein spezieller Blütedünger liefert genau dieses Verhältnis. Stelle die Düngung mit dem Übergang in die Blüte um, damit die Pflanze die richtigen Nährstoffe zum richtigen Zeitpunkt erhält.

In der Hauptblüte ist der Nährstoffbedarf am höchsten. Steigere die Dosierung schrittweise, ohne die Pflanze zu überfordern, und behalte pH- und EC-Wert im Auge. Gegen Ende der Blüte reduzierst du die Düngung wieder und bereitest das Flushing vor, um die Blüten sauber ausreifen zu lassen und ein reines Aroma zu sichern.

Beispiel für einen Düngeplan

  • Woche 1–2 (Sämling): sehr wenig bis kein Dünger, nur Wasser mit korrektem pH.
  • Wachstumsphase: Wachstumsdünger, stickstoffbetont, Dosierung langsam steigern.
  • Übergang zur Blüte: Umstellung auf Blütedünger, Stickstoff reduzieren.
  • Hauptblüte: Blütedünger mit viel Phosphor und Kalium, höchster Bedarf.
  • Letzte 1–2 Wochen: Flushing, nur klares, pH-korrektes Wasser.

Calcium und Magnesium nicht vergessen

Neben NPK brauchen Cannabis-Pflanzen auch Sekundärnährstoffe, allen voran Calcium und Magnesium (oft als „CalMag“ ergänzt). Ein Mangel zeigt sich häufig durch braune Flecken oder gelbe Blätter mit grünen Adern. Besonders bei Anbau in Kokos oder mit gefiltertem, weichem Wasser tritt er auf, weil diese kaum Calcium und Magnesium liefern. Ein CalMag-Zusatz beugt solchen Mängeln vor und sorgt für gleichmäßiges, gesundes Wachstum über den ganzen Zyklus.

Wie oft solltest du düngen?

Wie häufig gedüngt wird, hängt von Substrat und Düngerlinie ab. Eine verbreitete Praxis ist, bei jedem zweiten Gießen zu düngen und dazwischen mit klarem, pH-korrektem Wasser zu gießen. So vermeidest du eine Anreicherung von Nährsalzen. Beobachte die Pflanze und miss den EC-Wert: Zeigt sie Anzeichen von Überdüngung, legst du eine Düngepause ein. Weniger, dafür regelmäßig und kontrolliert zu düngen, ist meist erfolgreicher als seltene, hohe Gaben.

Düngen in Erde, Kokos und Hydro

Das Substrat beeinflusst den Düngeplan. Vorgedüngte Erde enthält bereits Nährstoffe für die ersten Wochen, sodass du später einsteigst. Kokos ist nährstoffarm und puffert kaum, hier musst du von Anfang an konsequent und präzise düngen, oft mit CalMag. In der Hydrokultur stehen die Wurzeln direkt in der Nährlösung, weshalb pH- und EC-Wert besonders eng kontrolliert werden müssen. Passe deinen Plan also immer an das gewählte Substrat an.

Über- und Unterdüngung erkennen

Überdüngung zeigt sich durch dunkelgrüne Blätter, verbrannte, braune Blattspitzen und nach unten gebogene „Klauen“. Unterdüngung äußert sich in blassen, gelblichen Blättern und langsamem Wachstum. Beide Probleme lassen sich durch Beobachtung und regelmäßiges Messen von pH- und EC-Wert früh erkennen. Im Zweifel gilt: Lieber etwas zu wenig als zu viel düngen, denn ein Mangel ist leichter zu beheben als eine Überdüngung.

Flushing vor der Ernte

In den letzten ein bis zwei Wochen vor der Ernte gießt du nur noch mit klarem, pH-korrektem Wasser ohne Dünger. Dieses Flushing schwemmt überschüssige Nährsalze aus dem Substrat und der Pflanze. Das Ergebnis sind sauberer schmeckende Blüten mit milderem Rauch. Ein Zeichen für erfolgreiches Flushing sind sich verfärbende, langsam vergilbende Blätter, während die Pflanze ihre letzten Reserven in die Blüten steckt.

Wasser als Basis jeder Düngung

Jeder Düngeplan steht und fällt mit dem Gießwasser. Miss vor dem Düngen den pH- und EC-Wert deines Ausgangswassers, denn hartes Leitungswasser bringt bereits Salze und einen hohen pH-Wert mit. Erst auf dieser Basis dosierst du den Dünger richtig. Gieße zudem nicht nach starrem Schema, sondern wenn das Substrat es braucht – Staunässe schadet den Wurzeln und stört die Nährstoffaufnahme, selbst bei perfektem Düngeplan.

Organisch oder mineralisch düngen?

Grundsätzlich hast du die Wahl zwischen organischen und mineralischen Düngern. Organische Dünger wirken sanft und über das Bodenleben, sind fehlerverzeihend und fördern ein gesundes Substrat. Mineralische Dünger wirken schnell und lassen sich präzise dosieren, erfordern aber mehr Kontrolle. Für Einsteiger sind organische oder gut abgestimmte Komplettlinien praktisch, weil sie das Risiko einer Überdüngung senken und den Düngeplan vereinfachen.

Cannabispflanzen mit Düngerbehältern zur Nährstoffversorgung im Grow

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie dünge ich Cannabis in der Wachstumsphase?

In der Wachstumsphase braucht die Pflanze viel Stickstoff für Blätter und Triebe. Verwende einen stickstoffbetonten Wachstumsdünger und beginne mit niedriger Dosierung, die du langsam steigerst. Junge Pflanzen brauchen zunächst wenig – kräftig grüne Blätter zeigen eine gute Versorgung an.

Welchen Dünger brauche ich in der Blüte?

In der Blüte benötigt die Pflanze weniger Stickstoff und mehr Phosphor und Kalium für dichte Blüten. Ein spezieller Blütedünger liefert dieses Verhältnis. Stelle die Düngung mit Beginn der Blüte um und steigere die Dosierung in der Hauptblüte schrittweise, während du pH und EC kontrollierst.

Wie erkenne ich Überdüngung?

Überdüngung zeigt sich durch dunkelgrüne Blätter, verbrannte braune Blattspitzen und nach unten gebogene Blattränder. Reduziere die Düngermenge, spüle das Substrat bei Bedarf mit pH-korrektem Wasser und kontrolliere den EC-Wert. Im Zweifel gilt: lieber etwas zu wenig als zu viel düngen.

Was ist Flushing und wann mache ich es?

Flushing bedeutet, in den letzten ein bis zwei Wochen vor der Ernte nur mit klarem, pH-korrektem Wasser ohne Dünger zu gießen. Es schwemmt überschüssige Nährsalze aus und sorgt für saubereren Geschmack und milderen Rauch. Vergilbende Blätter sind ein typisches Zeichen dafür.

Sind organische oder mineralische Dünger besser?

Beide funktionieren. Organische Dünger wirken sanft, sind fehlerverzeihend und fördern ein gesundes Substrat. Mineralische wirken schnell und lassen sich präzise dosieren, erfordern aber mehr Kontrolle. Für Einsteiger sind organische oder abgestimmte Komplettlinien empfehlenswert, da sie das Risiko einer Überdüngung senken.